Konzept Palliativ Hospitz

Begründerin der Hospizbewegung war Cicely Saunders, England. Ärztin, Krankenschwester und Sozialarbeiterin in London.

Von Ihr stammt:
"Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind.
Sie sind bis zum letzten Atemzug wichtig.
Wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben,
sondern auch bis zuletzt leben können"

Von Saunders stammt auch der Ausdruck:  "der totale Schmerz"
- physiologischer Schmerz
- sozialer Schmerz                                        > alles ist gleich wichtig zu nehmen
- spiritueller Schmerz
- psychologischer Schmerz

Palliativ-Care will Lebensqualität bis zum Schluss. Dies wollen wir mit all unseren Möglichkeiten unterstützen.

Ziele und Grundsätze für eine Implementierung:

Ziele:

- Für Mitarbeiter aller Bereiche gibt es ein tragfähiges Konzept, in welchem alle beteiligten Mitbewohner, Angehörige/ Betreuer, mit einbezogen sind.
- Eine Vernetzung mit den anderen Institutionen wird Schritt für Schritt aufgebaut
- Durch Schulungen, Gespräche werden alle Mitarbeiter mit einbezogen, sie erhalten Hilfestellungen zur Bewältigung ihrer Probleme und Fragen.

Grundsätze:

1. Mitarbeiterorientierung: Sie müssen das Konzept tragen. Ihre Erfahrungen, Haltungen und das Zeitbudget müssen mit einbezogen werden.

2. Realistisch bleiben: Alle Maßnahmen müssen überprüft werden, ob sie unter den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen auch einzuhalten sind.

3. Wertschätzung: Die Kultur der Einrichtung, bereits Bestehendes, jetzige Standards ect. müssen erst ins Bewusstsein geholt werden und auf Nutzbarkeit geprüft werden, bevor etwas Neues oder Ergänzendes hinzukommt.

4. Motivation: Sichtbare Erfolge, Lob geben Mut zum Weitermachen. Daher mit dem beginnen, was schnell umzusetzen ist.

5. Entscheidend: Ohne Rückendeckung durch die EL und BL wird die Palliativ-Hospizkultur in der Einrichtung nicht tragend sein. Der Wille und die Beteiligung aller Leitungskräfte werden sich tragend auswirken.

6. Transparenz: Alle Schritte und die Bedeutung einzelner Maßnahmen müssen verständlich sein für MA, BW, Angehörige/ Betreuer.

Schlüsselfragen für eine gut entwickelte Palliativ- Hospizkultur:

Eine gut entwickelte Palliativ-Hospiz-Kultur nimmt viele Betroffene und Beteiligte in den Blick. Die dazu aufgestellten Fragen sollen eine Unterstützung für die Einrichtung sein, sich immer wieder zu überprüfen und die Nachhaltigkeit einer Palliativ-Hospiz-Kultur zu erhalten.

  • Blickpunkt Träger/ Leitung
    - Gibt es ein schriftliches Leitbild, Leitlinien zur Sterbebegleitung?
    - Ist es allen Mitarbeitern bekannt?
    - Ist für alle deutlich, worin das Besondere einer christlichen Palliativ- Hospiz- Kultur liegt? 
  • Blickpunkt Bewohner/ Mitbewohner
    - werden die Bewohner unterstützt in der Erstellung von Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht?
    - Werden gezielte Wünsche oder Vorstellungen für die letzte Lebensphase gesammelt und notiert? Wenn ja, wo?
    - Gibt es für Bewohner in Mehrbettzimmer besondere Regelungen für die Sterbephase? Sind sie allen bekannt
    - Werden Mitbewohner beim Abschiednehmen unterstützt? Wenn ja,wie?
  • Blickpunkt Angehörige
    - Werden Angehörige gezielt in die Sterbephase mit hinein genommen? Läßt man sie zu?
    - Werden Angehörige beim Abschiednehmen unterstützt? Wenn ja, wie
  • Blickpunkt Ärzte
    - Wird die schmerztherapeutische Versorgung und die Behandlung von quälenden Symptomen als gut empfunden?
    - Werden zu erwartende Krisen- oder Notsituationen miteinander besprochen und wird Vorsorge getroffen?
    - Wird die Entscheidung, ob jemand noch ins Krankenhaus verlegt werden soll, unter fachlichen, ethischen und rechtlichen Gesichtspunkten abgewogen?
  • Blickpunkt Bestattungsinstitute
    - Gibt es einen besonderen Raum für die Aufbahrung der Toten? Ist dieser Raum ansprechend gestaltet?
    - Ist der Transfer von Verstorbenen im Haus und die Abholung befriedigend geregelt? Wenn ja, wie?
  • Blickpunkt Seelsorge
    - Ist die Zusammenarbeit mit den Seelsorgern zufrieden stellend geregelt?
    - Ist gewährleistet, dass jeder Sterbende seinen Seelsorger bekommt?
    - Kennen die Mitarbeiter Sterberiten der wichtigsten Religionen?
  •  Blickpunkt Hauswirtschaft
    - Gibt es eine Einbindung der hauswirtschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Wenn ja, wie?
    - Sind sie ausreichend darauf vorbereitet?
  • Blickpunkt Hospizhelferinnen, -Helfer
    - Haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte Anerkennung in der Einrichtung?
    - Ist die Kooperation für alle zufrieden stellend geregelt? Wenn ja, wie?
    - Werden sie bei Informationen mit einbezogen?
  • Blickpunkt Pflege
    - Gibt es klare Aussagen, wann eine Sterbebegleitung beginnt?
    - Gibt es bei der Pflege ein Verständnis für notwendige Grundhaltungen in der Sterbebegleitung? Sind Formen festgelegt? Wenn ja, welche?
    - Gibt es Fortbildungen zum Thema Palliativ-Hospiz-Kultur für alle Mitarbeiter?
    - Wird Zeit geschaffen für die Sterbebegleitung? Wenn ja, wie?
    - Wird auch den Gefühlen von Mitarbeitern Raum und Zeit gegeben? - Werden neue Mitarbeiter in die Kultur des Sterbens eingearbeitet?
    - Gibt es Angebote der Entlastung? Welche?
    - Werden AZUBIS und neue MA in das Thema eingeführt?
    - Werden Formen der Erinnerung an Verstorbene im Heim gepflegt? Welche?
    - Werden Wünsche der Bewohner hinsichtlich Sterben und Tod schon bei dem Einzug erfasst.