Konzept Pflege

 Pflegen und Betreuen ist ein zwischenmenschlicher Beziehungsprozess, der von gegenseitiger Achtung und Toleranz getragen wird.

Dies verwirklicht die Einrichtung durch eine ganzheitliche Sicht des Menschen, die den Bewohner / Angehörigen / Betreuer mit der jeweils religiösen, sozialen, kulturellen, körperlichen und psychischen Gegebenheit in den Mittelpunkt stellt. Gesehen werden auch die Mitarbeiter, die ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten und Empfindungen mit einbringen. Im besonderen Focus der Pflege und Betreuung liegen die Bewohner mit Demenz, die in besonderer Form der Hilfe bedürfen. Unser Augenmerk liegt hier auf einer tagesstrukturierten Betreuung, in der sich ein Bewohner mit Demenz leichter zurechtfindet. Die Pflege arbeitet hier besonders eng mit dem sozialen Dienst zusammen.

Ziele

- Eine ganzheitliche Sicht des Menschen, die die Individualität, Selbstständigkeit und die Lebensqualität der Bewohner in den Mittelpunkt stellt.
- Ein sich einstellen auf die besonderen Bedürfnisse von Bewohner mit Demenz durch Bildung kleinerer Bereiche und die Benennung einer Bezugsperson.
- Eine individuelle, aktivierende Pflege zur Realisierung noch vorhandener Lebensaktivitäten
- Eine Pflege und Betreuung, die die bestehenden sozialen Kontakte unterstützt
- Eine einheitliche Pflege- und Betreuungsqualität durch die Einbindung von Standards und Prozessbeschreibungen.
- Einsetzen der notwendigen Hilfsmittel
- Eine qualifizierte, christliche Palliativ- Hospizkultur ( siehe Konzept)

Organisation der Pflege

Der Pflege- und Betreuungsbereich umfasst mehrere Wohnbereiche, in denen Rüstige, Pflegebedürftige und Bewohner mit Demenz miteinander leben. Jeder Wohnbereich wird in kleinere Bereiche aufgeteilt und pro Bereich eine Bezugspflegeperson benannt. Im Hinblick auf die Behandlungspflege und der Anwesenheitspflicht einer Pflegefachkraft wird es in einigen Fällen bei der Funktionspflege bleiben.
Die Bezugspflegeperson ist Hauptansprechpartner für Bewohner und Angehörige/Betreuer.

Der Pflege- und Betreuungsbereich ist der Pflegedienstleitung (PDL) unterstellt. D

ie einzelnen Wohnbereiche unterstehen einer Wohnbereichsleitung (WBL): Bei Abwesenheit der WBL übernimmt die Vertretung oder die anwesende Pflegefachkraft die Verantwortung.
Für PDL und WBL ist eine Vertretung in Abwesenheit benannt.

Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erfolgt durch die Wohnbereichsleitung oder einer Pflegefachkraft.
Den Auszubildenden sind zur Ausbildung Praxisanleitungen mit Weiterbildung und mit stundenweiser Freistellung zugeordnet, unter der Verantwortung der PDL.
Die Pflegefachkräfte sind in den Ausbildungsprozess mit eingebunden.

Für Sonderaufgaben zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben der Hygiene, Sicherheit und Gefährdung am Arbeitsplatz sind Fachkräfte mit einer bestimmten Stundenzahl freigestellt.

Zur Einhaltung einer einheitlichen Pflegequalität sind die Expertenstandards eingeführt, notwendige Pflegestandards und ein Pflegelehrbuch sind in jedem Wohnbereich vorhanden, ebenso die Hygienestandards der Fa. ECOLAP.

Für eine fachlich qualitative Palliativ-Hospizkultur werden 2 Mitarbeiter als Multiplikatoren ausgebildet.

Mitarbeiter im Pflegebereich sind:
- Pflegefachkräfte
- Pflegehelfer-/ innen
- angelernte Kräfte
- Praktikanten

Organisiert wird die Arbeit über die
- Dienstplangestaltung
- regelmäßige Teambesprechungen
- Bereichsleiterbesprechung
- Übergabegespräche zwischen den Schichten

Zum Pflegemanagement gehört das Controlling, die Einhaltung von Teambesprechungen, Durchführung von Fallbesprechungen, Umsetzung weiterer Entwicklungen, Mitarbeit im QuM und bei der Zielvereinbahrung, Überprüfung der Wirtschaftlichkeit, Arbeitsabläufe organisieren und strukturieren, Personaleinsatz nach Qualifikation und Arbeitsanfall zu optimieren, Zusammenarbeit mit anderen Bereichen, Erstellung und Auswertung von Statistiken zur weiteren Entwicklung der Pflegequalität

Aufgaben der Pflege
- Grundpflege/ allgemeine Pflege
- Behandlungspflege/spezielle Pflege
- Soziale und seelsorgliche Begleitung
- Betreuung von Menschen mit Demenz
- Begleitung Schwerstkranker und Sterbender
- Erstellen und weiterführen der Pflegedokumentation
- ärztliche Assistenzaufgaben
- Zusammenarbeit mit Angehörigen / Betreuer
- Zusammenarbeit mit weiteren internen und externen Bereichen.
- Die Pflege und Betreuung von Bewohnern mit Demenz zieht sich durch alle Aufgabenbereiche.

Die pflegerische Tätigkeit läuft ab in einem sich ständig wiederholenden Prozess, der durch die AEDL strukturiert wird. (in Anlehnung an Monika Krohwinkel) In der Pflegedokumentation wird der Verlauf der Pflege festgehalten und für alle transparent gemacht.

Informationssammlung
Durch ein Erstgespräch vor dem Einzug, das Stammblatt, eine gründliche Pflegeanamnese mit allen Fähigkeiten, Ressourcen Bedürfnissen sowie eine Biographie, die für die individuelle Pflege und Betreuung notwendig ist, erhebt die Pflegefachkraft die Daten.

Planung
Daraus folgt eine Zielgerichtete Planung, die, soweit wie möglich, mit dem zu Pflegenden und den Angehörigen/ Betreuer erstellt wird

Durchführung
Die Durchführung wird per Handzeichen dokumentiert und nachgewiesen, wer was gemacht hat

Pflegebericht
Das Berichteblatt enthält den Verlauf der Pflege, alle Veränderungen, Vorkommnisse und Befindlichkeiten des Bewohners.

Evaluation
Jede Pflegeplanung und die gesamte Dokumentation werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Die Pflegedienstleitung legt fest, wer und wann überprüft und was Inhalt der Prüfungen ist.

Medikamentenblatt/ Arztinformation
Hier sind alle Verordnungen durch den Hausarzt vermerkt, ebenso Informationen an und vom Arzt.

Risikomanagement
Besondere Risiken für den Bewohner, vor allem bei Dekubitusgefahr, bei Ess- und Trinkstörungen, Sturzgefahr, Kontrakturgefahr, bei Wunden und Schmerzen sind in der Anamnese festgehalten und in der Planung berücksichtigt.

Freiheitsentziehende Maßnahmen
Die Berechtigung und die Durchführungen sind entsprechend  belegt und dokumentiert.

Die Dokumentation kann weitere Formulare zur Erleichterung und besseren Informationsmöglichkeit der Pflege und Betreuung enthalten. Dies wird von der PDL festgelegt.

Die Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des täglichen Lebens: (AEDL) (in Anlehnung an Monika Krohwinkel)
1. kommunizieren können
2. sich bewegen können
3. Vitale Funktion des Lebens aufrecht erhalten
4. sich pflegen können
5. essen und trinken können
6. ausscheiden können
7. sich kleiden können
8. ruhen und schlafen können
9. sich beschäftigen können
10. sich als Mann oder Frau fühlen können
11. für Sicherheit sorgen können
12. soziale Bereiche des Lebens sichern können
13. mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen können

Die Dokumentationsmappen sind aufgeteilt und den Bezugspersonen zugeordnet, diese sind verantwortlich für die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung. Die Wohnbereichsleitungen überprüfen regelmäßig die gesamte Dokumentation.

Die Pflegevisite wird mindestens 1x jährlich für jeden Bewohner durchgeführt, bei Verschlechterung des Zustandes oder bei besonderen Vorkommnissen auch öfter. 

Gemeinsam mit Angehörigen/ Betreuer, sofern gewünscht, werden Befinden, Angebote, Pflege/ Betreuung und Wünsche überprüft und so weit wie möglich angepasst.
Die Pflegevisite wird durchgeführt von den Wohnbereichsleitungen und Pflegefachkräften.
Die PDL macht Stichproben in allen Wohnbereichen.
Die einrichtungsspezifische Organisation und Überwachung obliegt der Pflegedienstleitung.

Jede Wohnbereichsleitung hat generell die Verantwortung für eine fachlich qualifizierte Dokumentation.

Wir betrachten die AEDL nicht linear, sondern nutzen sie als ein sehr flexibles Konzept. Sie fließen ineinander über, Eines bedingt das Andere. (z.B. ein Bewegungsproblem in den Armen wirkt sich aus auf Essen, Trinken und An- /Auskleiden.)

Die Individualität und Lebensqualität der Bewohner ist uns sehr wichtig. Wir unterstützen sie durch eine fähigkeitsorientierte Erfassung der Bewohnerdaten, damit die Planung nicht nur Problemorientiert wird.

Durch die Pflegeplanung legen wir die Prioritäten individuell für jeden Bewohner fest. Einen Maßnahmekatalog, entsprechend den Erfordernissen und Bedürfnissen, halten wir in der tagesstrukturierten Form fest.

Einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigung der Bewohner leisten die Mitarbeiter im Sozialen Dienst, deren Angebote individuell für jeden Bewohner in dem tagesstrukturierten Angebot sichtbar werden.

Unser christliches Leitbild erfordert in der Sterbebegleitung eine Palliativ-Hospitzkultur, die eine Lebensqualität bis zum Ende im Blick hat und die die religiösen Praktiken aller Bewohner beachtet und unterstützt. Bei Bedarf beziehen wir den Hospizverein mit ein.

Die Mitarbeiter der Pflege arbeiten eng zusammen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern und unterstützen deren Aktivitäten.

Ein prospektiver Fortbildungsplan wird pro Jahr festgelegt.

Pflegedienstleitung und Wohnbereichsleitungen führen Mitarbeiterfördergespräche durch.

Mitarbeiter aus der Pflege sind im Qualitätszirkel vertreten, sie arbeiten mit an der Ausarbeitung und Weiterentwicklung der Bausteine aus dem DiCV-QuM.